Geborene Sanatani

 

Ich heiße mit vollem Namen Sangita Ariane Wilk-Sanatani.

„Sanatani“ geht auf eine Änderung des Familiennamens in der Generation meines Vaters zurück. Er und einige Brüder wollten sich damit vom Hindu Kastensystem distanzieren. Sie wählten den Vornamen ihres Großvaters, Sanatan Das, um daraus den neuen Namen zu kreieren, und fühlten sich damit frei, ihren Weg in höhere Studien und großteils auch in entfernte Länder zu gehen.

Ich wurde 1968 in Wien geboren, mein Vater hatte zu diesem Zeitpunkt seine Heimat Bengalen und damit die spirituelle Weisheit Indiens hinter sich gelassen, sich dem westlichen Lebensstil angepaßt. Für mich war dies ein großer Verlust, wenn auch unbewußt/ verdrängt –  ich war vom Schatz meiner Heimat wie abgeschnitten und wuchs dementsprechend entwurzelt auf!

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Anfang 2014 begann ich, mich sukkzessive meinen indischen Wurzeln zuzwenden. Unter dem Namen „Zentrum saraswatī सरस्वती“ lud ich Mitmenschen ein, gemeinschaftlich unsere Liebe zu/ durch Musik zu leben.  Tatsächlich flossen mir eine Vielzahl neuer Menschen, Begriffe und Traditionen aus der Heimat zu: Ich lernte das Singen von Gottesnamen (Bhajans, Kirtans) und Puja-Feiern kennen. Ich besuchte die Tempel Wiens und lernte zahlreiche Gruppen unterschiedlicher Yoga Disziplinen kennen. Die Liebe zu Krishna entwickelte ich 2015 in Beziehung zu deutschen Bhakti Yogis… Immer wieder bekam ich Bücher indischer Meister zu lesen und ich staunte, wie viele der großen Heiligen doch auf bengalischer Erde geboren waren!

Der alte Schmerz der Entwurzelung begann zu heilen und zunehmend öffnete ich mich für die Liebe meiner Ahnen, das geistige Erbe… Parallel werden auch neue Familienbande aktiviert, meine indische Familie ist ja ein weit fairzweigtes Netzwerk, das über den gesamten Globus reicht.

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Ich beginne allmählich, den Zusammenhang zwischen meinem Namen und einem möglichen Lebensauftrag zu begreifen: Sanatani – sanatana dharma – in Liebe leben!

Sanatana dharma सनतन् धर्म – (ungefähre Übersetzung): das ewige, zeitlose, grenzenlose Gesetz, die Gesätzmäßigkeiten, Naturgesetze

Das Ewige. Lieben und Leben.

Wir – Samen des ewigen Lebens… dürfen uns liebend in unsere individuell innewohnende Qualität entwickeln und daraus unser Leben zum Wohl aller entfalten.

Sehr berührt fand ich Ende 2015 dieses Bild, 4 jährig auf dem Arm meines Onkels … und fühlte die Sehnsucht nach der bengalischen Erde. Gleichen wir nicht einem Baum, durchströmt und genährt von den Wurzeln an, aufsteigend durch den Körper des Erwachsenen (Stamm) und geteilt mit mir als „Ast“?! Strahlt nicht aus unserem Blick etwas, das alles umfaßt? Liebe als ein Leuchten des Herzens, sichtbar in der individuellen Haltung und in einer Gesamtharmonie …

Family photos - Visvapriya (Bablu) - Sangita - Jhargram - 1970s

Diese Sehnsucht führte mich 2016 erstmals auf eine lange Reise in die bengalische Heimat. Heute, 2018, erlebe ich mich gut an meine indischen Wurzeln angebunden und habe darüber hinaus Erfahrungen gemacht, die meinen weiteren Weg bereiten. Ich berichte separat von meinen Reisen.

Heute finde ich eine Balance, wo das Deutsche (Mutter) – auszudehnen auf das Europäische – mit dem Bengalischen (Vater) – auszudehnen auf das Indische, Asiatische in innerer Harmonie lebt. In Wien (Geburt, Ehe) entsteht ein Zentrum für genau diesen Austausch .

Auch in Indien wird ein Zentrum entstehen, in dem ich mit allem dienen kann, was das Leben mir mitgegeben hat – zum Wohle aller Wesen.

Meine Entfaltung geht also weiter, und tiefer… hinein in das Menschliche, in unsere Einheit  – bei aller Buntheit 🙂

Haribol!

dav

 

 

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